Kaltziehen
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Kaltziehen

Cold Drawing

Ziehen von warmgewalzten Stäben durch Matrizen bei Raumtemperatur zur Erzielung blanker Produkte mit h9/h10/h11-Toleranz. Nach EN 10277/10278.

Kaltziehen ist der Prozess der Durchmesserreduktion und Oberflächenverbesserung warmgewalzter Stäbe durch Ziehen durch eine Matrize bei Raumtemperatur. Als Ergebnis erhält das Produkt enge Toleranzen (h9, h10 oder h11), eine blanke Oberfläche und verbesserte mechanische Eigenschaften. Die Produktion erfolgt nach EN 10277 und EN 10278.

Vor der Verarbeitung werden die warmgewalzten Stäbe durch die Beizlinie geführt, um Zunder und Oxidschicht zu entfernen. Anschließend wird durch Phosphatierung eine schützende Phosphorkristallschicht gebildet und durch Beseifung die Reibung zwischen Matrize und Material reduziert. Diese Oberflächenvorbereitung beeinflusst die Ziehqualität direkt.

Beim Ziehvorgang wird die Stabspitze angespitzt und durch die Matrize geführt, dann mit Kraft auf der hydraulischen Ziehbank gezogen. Pro Durchgang wird eine 10–35% Querschnittsreduktion erzielt. Bei Bedarf werden mit Zwischenglühen mehrere Durchgänge gemacht. Mit Wolframkarbid- oder synthetischen Diamantmatrizen wird eine Oberflächenrauheit von Ra ≤ 1,6 µm erreicht.

Nach dem Kaltziehen werden die Stäbe gerichtet und auf Toleranz geschnitten. Jeder Stab wird mit Lasermikrometer gemessen; Durchmesser, Ovalität und Geradheit werden nach EN 10278 geprüft. Die Produkte sind ideales Vormaterial für Automatenstähle und CNC-Bearbeitung.

Technische Parameter

Kaltziehen — Wichtige technische Daten des Prozesses

Prozesstemperatur
Raumtemperatur (20–40°C)
Querschnittsreduzierung
10–35% (Einzeldurchgang)
Toleranzklassen
h9, h10, h11 (EN 10278)
Durchmesserbereich
3–100 mm
Oberflächenqualität
Ra ≤ 1,6 µm
Ziehgeschwindigkeit
10–60 m/min
Maximale Länge
6–12 m

Ausrüstung & Anlagen

  • Hydraulische Kaltziehbank
  • Ziehmatrizen (Wolframkarbid / Diamant)
  • Säurebeizlinie (Oberflächenvorbereitung)
  • Phosphatier- und Beseifungsanlage (Schmierung)
  • Anspitzmaschine
  • Richtmaschine
  • Maßmesssystem (Lasermikrometer)

Qualitätskontrollpunkte

  • Kontinuierliche Durchmesserkontrolle mit Lasermikrometer
  • Oberflächenrauheitsmessung (Ra, Rz)
  • Geradheitskontrolle
  • Härteprüfung (Erhöhung durch Zieheffekt)
  • Wirbelstrom-Oberflächenfehlererkennung
  • Maß- und Ovalitätskontrolle pro Stab

Referenzstandards

EN 10277EN 10278EN 10108DIN 175ASTM A108ISO 10474

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Technische Unterstützung & Angebot

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